Monatsarchiv für Dezember 2009

 
 

Die Technik hinter diesem Blog: Hosting für Schwaben

Dieser Blog läuft auf einem vServer von Netcup. Dieser Prachtkerl für schlappe 1,69€/Monat hat stolze 100MB RAM (nein, da fehlt keine Null)  und 4GB HDD. Darauf läuft ein Debian Lenny Minimal-System mit Web-, Mail-, FTP- und Nameserver. Entsprechend konfiguriert bleibt auch noch ein wenig RAM übrig. Zumindest solange sich hier nicht allzu viel User tummeln. Keine Angst – im Moment geht’s noch ;)

Mit einem Gutscheincode, der sich relativ leicht über bekannte Suchmaschinen finden lässt, spart man noch 50% der Einrichtungsgebühr. Spätestens jetzt sollte selbst der geizigste Schotte feucht unterm Rock werden!

Die .de-Domain wurde über Regworld registriert. Für ebenfalls schwäbische 2,22€/Jahr.

So sieht das im Moment aus:

~$ free
             total       used       free
Mem:        102400      54196      48204
-/+ buffers/cache:      54196      48204
Swap:       102400          0     102400

Alles im allem bin ich bis jetzt von der Leistung des kleinen Servers positiv überrascht.  Mal sehen wie viel WordPress er verträgt..

.tel-Domains

Neue Top-Level-Domains gibt es immer mal wieder. .tel ist die jüngste, .post wird wohl die nächste werden. Die .tel-Domain unterscheidet sich aber von allen bisherigen generischen TLDs.

Alle Informationen, die einer .tel-Domain zugeordnet sind, werden nicht auf einem Webspace gespeichert, sondern direkt im DNS. Es gibt bei .tel-Domains also kein Speicherplatz (“Web-Content”) und damit auch kein individuelles Layout. Außerdem sind keine E-Mail-Adressen möglich. Die Daten werden über ein einheitliches Webinterface verwaltet. Die URL zum Webinterface und die Zugangsdaten bekommt der Domaininhaber vom Registrar automatisch per E-Mail.

Suchmaschinen können die im DNS abgelegten, strukturierten Daten sehr gut indizieren. Deswegen kommen .tel-Domains auch recht oft unter die ersten Suchergebnisse.

So sieht eine reine DNS-Abfrage/Antwort mit dig oder nslookup aus:

$ dig any emma.tel
emma.tel.  3600    IN      SOA     d0.cth.dns.nic.tel. cth-support.support.nic.tel. 15 10800 3600 2592000 60
emma.tel.  86400   IN      A       194.77.54.2
emma.tel.  3600    IN      NS      s0.cth.dns.nic.tel.
emma.tel.  3600    IN      NS      t0.cth.dns.nic.tel.
emma.tel.  3600    IN      NS      a0.cth.dns.nic.tel.
emma.tel.  3600    IN      NS      n0.cth.dns.nic.tel.
emma.tel.  3600    IN      NS      d0.cth.dns.nic.tel.
emma.tel.  60      IN      TXT     "Emma Davis. Here is my new address:\010100 5th Avenue, New York, NY 10011."
emma.tel.  60      IN      TXT     ".tkw" "1" "bi" "" "jt" "Graphic Designer"
emma.tel.  60      IN      TXT     ".tkw" "1" "hi" "Salsa Dancing"
emma.tel.  60      IN      TXT     ".tkw" "1" "nl" "" "fn" "Emma" "ln" " Davis"
emma.tel.  60      IN      TXT     ".tsm" "1" "pddx" "1"
emma.tel.  60      IN      LOC     51 25 35.812 N 0 7 54.610 W 0.00m 10m 2m 2m
emma.tel.  60      IN      NAPTR   100 100 "u" "E2U+voice:tel+x-mobile" "!^.$!tel:+16468889999!" .
emma.tel.  60      IN      NAPTR   100 101 "u" "E2U+voice:tel+x-work" "!^.$!tel:+12125551234!" .
emma.tel.  60      IN      NAPTR   100 102 "u" "E2U+email:mailto" "!^.$!mailto:emma@aol.com!" .
emma.tel.  60      IN      NAPTR   100 103 "u" "E2U+x-voice:skype" "!^.$!skype:emma123!" .
emma.tel.  60      IN      NAPTR   100 104 "u" "E2U+web:http" "!^.*$!http://myspace.com/emadavis!" .

Kreative Servernamen

Bei der Vergabe von Servernamen wird ja oft nach einem bestimmten Schema vorgegangen: Hauptstädte, Sternzeichen, Charakter aus Filmen oder Serien.

Wie laaangweilig. Bei reddit [Link wird nachgereicht sobald ich den Beitrag wieder finde] habe ich von einem wirklich interessanten Schema erfahren: Servernamen werden nach den Elementen im Periodensystem der selbigen benannt.

Server #1 bekommt also den Namen “hydrogen” (Wasserstoff, 1 Proton), Server #2 dem Namen “helium” (2 Protonen) usw. Soweit schon mal nicht schlecht.

Jetzt muss noch das letzte Byte der IP-Adresse mit der Protonenanzahl übereinstimmen. Server #1 hätte also die IP-Adresse 192.168.0.1, Server #2 die 192.168.0.2 usw. Somit lässt sich von dem Servernamen direkt auf die IP-Adresse schließen (vorausgesetzt man hat das Periodensystem der Elemente so grob im Kopf :)).

Zudem kann man auch Aliasnamen im DNS anlegen, so dass das jeweilige Kürzel des Elements in die IP auflöst:

$ ping h
PING h (192.168.0.1) 56(84) bytes of data.
64 bytes from hydrogen.lokal (192.168.0.1): icmp_seq=1 ttl=64 time=0.023 ms

Wohoo! Leider nur in der Theorie wirklich nett. In der Wirklichkeit macht die Benennung nach Verwendung des Servers mehr Sinn (server-terminal, webserver, nasbox1, usw.). Die Beziehung zwischen Servername und IP-Adresse macht auch keinen Sinn. Zum einen haben die wenigsten das Periodensystem im Kopf, zum anderen wurde genau für diesen Zweck DNS erfunden: um Servernamen und IP-Adressen unabhängig voneinander zu machen. Der aufmerksame, chemie-affine Leser wird zudem die Begrenzung auf 118 unterschiedliche Servernamen bemängeln.

Sieve Mailfilter unter Debian Lenny mit Syscp und Dovecot

Mit Sieve können Serverseitig Filterregeln für E-Mails angelegt werden. So lassen sich z.B. Spam-eMails automatisch in einen SPAM-Ordner verschieben oder automatisch löschen. Um eine Sieve-Regel zu erstellen, braucht man entweder einen Mail-Client mit Sieve-Unterstützung (z.B. Mozilla Thunderbird mit den Sieve-Plugin) oder einen Webmailer mit Sieve-Plugin (z.B. Squirrelmail mit avelsieve).

Voraussetzungen: Debian Lenny mit installiertem Syscp und Dovecot als MDA.

Die Dovecot-Version in Debian Lenny ist 1.0. Sieve ist erst ab Dovecot 1.1 fester Bestandteil – um mit Dovecot 1.0 Sieve zu nutzen, muss man Dovecot mit einem Patch neu kompilieren oder einen standalone managesieve-Server, wie z.B. pysieved verwenden.

Glücklicherweise ist Dovecot 1.2 als lenny-backport verfügbar. Und genau diese Version werden wir benutzen.


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glTail mit Chipmunk 2D Physics unter Windows

glTail ist eine in Ruby geschriebene OpenGL-Anwendung zur Visualisierung von Logfiles in Echtzeit. So sieht das aus:

Nett! Das funktioniert praktisch mit jeder Logdatei (Webserver, Mailserver usw.) dank SSH auch auf entfernten Servern. Die Installation unter Windows ist leider nicht dokumentiert. Genauer gesagt ist gar nichts dokumentiert.

Um glTail unter Windows zum Laufen zu bringen ist etwas Handarbeit nötig. Da es mich selbst viel Nerven und Zeit gekostet hat, habe ich hier mal alle benötigten Schritte aufgeschrieben:


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